Sexuelle Gesundheit

Am 4. September ist Welttag der sexuellen Gesundheit!

Die World Association for Sexual Health (WAS) hat diesen Tag im Jahr 2010 ins Leben gerufen.

Informationen unter http://www.worldsexology.org/

Definition

In einem WHO-Meeting 1975 wurde Sexuelle Gesundheit definiert als „Integration somatischer, emotionaler, intellektueller und sozialer Aspekte sexuellen Seins auf eine Weise, die positiv bereichert und Persönlichkeit, Kommunikation und Liebe stärkt. Grundlegend für dieses Konzept sind das Recht auf sexuelle Information und das Recht auf Lust.“ Laut der europäischen WHO-Strategie sollte sexuelle Gesundheit einen positiven Zugang zur Sexualität einschließen. Das Ziel der sexuellen Gesundheitsversorgung solle daher nicht nur auf Beratung und Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen beschränkt sein.

Die DSTIG hat 2012 ein Postionspapier zum Verständnis und Definition von sexueller Gesundheit veröffentlicht.

Sexuelle Gesundheit umfasst im Wesentlichen drei Unterbereiche:

  • Eine Umgebung, die Menschen den uneingeschränkten Genuss ihrer Sexualität als Potenzial ihrer selbst ermöglicht;
  • Freiheit von sexuellem Zwang, Missbrauch und sexueller Gewalt;
  • Schutz vor Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit dem Sexualleben und entsprechende Behandlung derselben.

Zudem ist der Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ist von einem sich stetig wandelnden Verständnis von Sexualität geprägt. In den darin enthaltenen „Arbeitsdefinitionen“ wird sexuelle Gesundheit als Teil reproduktiver Gesundheit gesehen, die alle Möglichkeiten eines befriedigenden, geschützten Sexuallebens und einer selbstbestimmten Familienplanung umfasst.

Sexuelle Gesundheit in Deutschland

Sexuelle Gesundheit ist kein öffentlich diskutiertes Thema in Deutschland. Je nach Zielgruppe oder Zielsetzung sind in Deutschland unterschiedliche Einrichtungen mit dem Thema sexuelle Gesundheit befasst: Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), Nichtregierungsorganisationen (NGO) sowie verschiedene klinische und niedergelassene medizinische sowie psychosoziale Disziplinen. Diese äußerst heterogenen und diversifizierten deutschen Strukturen sind mit denen auf inter- und supranationaler Ebene nur bedingt kompatibel. Zudem besteht in Deutschland ein hoher Bedarf an Vernetzung, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit.