Pressemitteilung: „test it“ – Das neue Test- und Präventionsangebot für sexuell übertragbare Krankheiten startet jetzt

Bochum, 03. September 2018

In enger Zusammenarbeit mit der Aidshilfe NRW hat das „Walk In Ruhr (WIR) – Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin“ in Bochum ein neues Angebot zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen (STI) entwickelt. „test it“, so der Name des Testkits, ermöglicht die Selbstabnahme von Proben zu Hause, die anschließend per Post zur Untersuchung auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten in ein Labor geschickt werden. Die Ergebnisse werden telefonisch übermittelt.

„Da die Zahl der STI in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist (Syphilis: 7476, Gonorrhoe: 25.000, Chlamydien-Infektion: 250.000), werden neue und innovative Angebote wie ‚test it‘ zum Schutz vor HIV und STI dringend gebraucht“, erklärt Prof. Norbert H. Brockmeyer, Forschungsdirektor der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum und Ärztlicher Leiter des WIR. „Wir haben dieses Angebot gemeinsam entwickelt, um bislang unerreichte Personen anzusprechen, sich regelmäßig testen zu lassen“, ergänzt Arne Kayser von der Aidshilfe Bochum im WIR und Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW. Ob man persönlich ein Risiko für eine STI-Infektion besitzt, kann man mit Hilfe des Online-STI-Risikotests anonym auf der Internetseite des WIR  testen (http://www.risikotest.wir-ruhr.de).

Mit dem neuen Selbstentnahme-Kit „test it“ können Personen erreicht werden, die aus persönlichen Gründen keine lokale Beratungsstelle für einen HIV- oder STI-Test aufsuchen möchten oder fern der Ballungsräume wohnen. Um das „test it“-Kit nutzen zu können, findet vorher ein einmaliges ärztliches Beratungsgespräch im WIR und demnächst bei eingebundenen Ärztinnen, Ärzten und Aidshilfen statt. Anschließend kann ein Abonnement für den „test it“ Kit abgeschlossen werden.

Getestet werden kann auf HIV, Syphilis, Chlamydien, Gonokokken und Mykoplasmen. Im Preis von 32 Euro sind die Zusendung des „test it“-Kits, das Porto für das Zurücksenden der Proben, die Laboruntersuchung und die Ergebnismitteilung enthalten. „Alle, die ihre Proben eingeschickt haben, bekommen sowohl die negativen als auch die positiven Ergebnisse telefonisch mitgeteilt. Der persönliche Kontakt ist in beiden Fällen wichtig“, erklärt Oliver Schubert von der Aidshilfe NRW. „Auf diese Weise können Fragen beantwortet und im Fall eines positiven Ergebnisses auf Behandlungsmöglichkeiten hingewiesen werden.“

Zur besseren Bewertung dieses Präventionsangebotes wurde ein Online-Fragebogen entwickelt, der die Akzeptanz und die Umsetzbarkeit des Projekts erfassen soll. Die anonym erhobenen Daten können ermöglichen, auch kurzfristig das „test it“-Angebot entsprechend anzupassen und zu optimieren. (www.wir-ruhr.de). 50 Prozent  der STI werden erst sehr spät diagnostiziert. Ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit in den nächsten Jahren muss daher die Senkung der Spätdiagnosen sein.

Die Pressemitteilung finden Sie als PDF hier.